Müllverwertung & Abfallwirtschaft

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Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass Abfälle vorrangig vermieden, wiederverwendet oder hochrangig verwertet (recycelt) werden. In der Abfallwirtschaft setzen wir uns konsequent für das Primat des Gemeinwohls ein. Für uns ist Müll keine Ware wie jede andere. Zu einer verantwortungsbewussten Umweltpolitik gehören auch die ständige Reduzierung der Verwendung giftiger Stoffe und die Sanierung von Altlasten.


Die Entsorgung gefährlicher Abfälle gehört für uns zwingend in die öffentliche Hand. Der Skandal um die systematisch falsche Deklarierung und Ablagerung von gefährlichen Abfällen rund um die Firma Technosan hat gezeigt, dass die Entsorgung gefährlicher Abfälle nicht in die Hände  privater Entsorger gehört. Die Sicherheit der Bevölkerung muss Vorrang haben vor dem Gewinnstreben Einzelner.


Den Bau neuer Deponien im Landkreis Rosenheim lehnen wir ab. Hierzu besteht angesichts weiter sinkender Abfallmengen und der für viele Jahrzehnte ausreichenden Kapazität der bestehenden Deponien kein Bedarf.


In den vergangenen Jahren hat ein weiterreichender Bewusstseinswandel zum Thema Müll und Abfälle stattgefunden. Was vor 15 oder 20 Jahren noch als Spinnerei einiger weltfremder Weltverbesserer belächelt wurde, ist heute zur Selbstverständlichkeit geworden: den eigenen Abfall zu sortieren und getrennt zu entsorgen. Demzufolge sind auch die Restmüllmengen im Landkreis Rosenheim deutlich zurückgegangen.


Doch damit darf man sich nicht zufrieden geben. Immer noch wird bei uns viel zu viel Müll verbrannt. Dabei bleiben ca. 30% der Restmüllmenge als Schlacke oder Asche übrig, die dann vor einer Weiterverwendung (z.B. im Straßenbau) teuer aufbereitet werden müssen.


Die Vermeidung von Abfällen, eine noch gründlichere Erfassung verwertbarer Stoffe und damit eine noch deutlichere Reduzierung der thermisch zu verwertenden Restmüllmengen muss daher das Ziel einer vorausschauenden Politik sein.


Da hier jede einzelne Landkreisbürgerin und jeder einzelne Landkreisbürger gefordert ist, ist es Aufgabe des Landkreises, die richtigen Anreize zu schaffen. Beim derzeit im Landkreis Rosenheim (mit Ausnahme der Stadt Wasserburg am Inn) praktizierten System berechnen sich Ihre Abfallgebühren im Wesentlichen an der Gesamtmenge des im Landkreis anfallenden Restmülls.

Dies hat zur Folge, dass sich Ihre privaten Anstrengungen zu Müllvermeidung nur sehr geringfügig in ihrem Geldbeutel bemerkbar. Bei einer Erfassung Ihrer Restmüllmengen im Wiegesystem mit Berechnung der Abfallgebühren nach Leerung und Gewicht, wie es in Wasserburg seit Jahren erfolgreich praktiziert wird, werden sie für Ihre Bemühungen sehr viel direkter belohnt.
Einen erheblichen Anteil am Restmüllgewicht der privaten Haushalte haben Abfälle, die eigentlich in eine Biotonne gehören. Zwar können Bioabfälle bereits jetzt an den Wertstoffhöfen getrennt entsorgt werden, eine wesentlich größere Akzeptanz würde aber sicherlich eine grüne Tonne mit Entsorgung im Holsystem erfahren.


Küchenabfälle enthalten viel Wasser und sind dadurch vergleichsweise schwer. Im Restmüll entsorgt sorgen sie nicht nur für viel Gewicht und damit höhere Gebühren, sie vermindern auch die Brennbarkeit des gesamten Restmülls und senken so den Wirkungsgrad in der Müllverbrennungsanlage.


Wir möchten Bioabfälle getrennt erfassen und verwerten. Bioabfälle können vergärt und so energetisch genutzt werden, die enthaltenen wertvollen Nährstoffe können in Form von Kompost in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt werden. Aus diesen Gründen ist eine getrennte Sammlung von Bioabfällen ab 2015 auch gesetzlich vorgeschrieben. Wir wollen dies auch im Landkreis Rosenheim umsetzen. Die bisher geplante weitere Verbrennung von Bioabfällen in Müllheizkraftwerken lehnen wir ab. Dadurch würden die wertvollen Inhaltsstoffe des Bioabfalls verschwendet und weiter hohe Kosten entstehen.


Bedeutende Einsparmöglichkeiten bei der Restmüllmenge und ein großes ökologisches Potenzial liegen auch in der Weiterverwertung und Wiederaufbereitung alter Gegenstände, dem sogenannten Upcycling.


Immer noch landet viel zu viel auf dem Abfall, was für andere, die ihre geringen finanziellen Möglichkeiten mit kreativen Ideen auszugleichen wissen, ein wertvoller Werkstoff sein kann. Eine solche Nachnutzung sollte deshalb an den Wertstoffhöfen des Landkreises gezielt gefördert werden, etwas durch die Einrichtung entsprechender Ablagerungsmöglichkeiten für grundsätzlich noch gebrauchsfertige Gegenstände.

URL:http://www.gruene-rosenheim.de/kreistag/wahlprogramm/muellverwertung-und-abfallwirtschaft/