Klimaschutz und Energiewende vor Ort

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Wir Grüne begreifen die Herausforderungen, die sich aus dem globalen Klimawandel und steigenden Energiepreisen ergeben, als Chance für die weitere Entwicklung unserer Region.


Wir streben für den gesamten Landkreis eine Energieversorgung an, die vollständig auf der Nutzung erneuerbarer Energien beruht. Dazu gilt es zunächst, den aktuellen Energieverbrauch deutlich zu senken. Die wichtigste 'Energiequelle' ist der effiziente Einsatz von Energie. Viele Maßnahmen zur Energieeinsparung rechnen sich bereits unter den aktuellen Bedingungen sehr gut. Sie müssen nur systematisch identifiziert und konsequent umgesetzt werden.


Mindestziel sind dabei die von der Bundesregierung angestrebten Klimaschutzziele (sog. Meseberger Beschlüsse von 2007), die eine CO2-Einsparung von 40% bis zum Jahr 2020 und 80% bis 2050 vorsehen.


So eröffnen z.B. Investitionen in Energieeinsparung und regenerative Energieerzeugung die Möglichkeit, gleichzeitig neue qualifizierte Arbeitsplätze im Landkreis Rosenheim zu schaffen, die regionale Wirtschaft zu stärken, den dabei erwirtschafteten Wertzuwachs in der Region zu halten und die selbstgesteckten Klimaschutzziele zu erreichen. Wir fordern deshalb, dass der Landkreis bei Klimaschutz und Energiewende mit gutem Beispiel voran geht.


Primäre Aufgabe ist hierbei die energetische Sanierung der landkreiseigenen Gebäude. Um einen Überblick über die größten Energieverbrauchsstellen und die damit anfallenden Kosten zu erhalten, möchten wir eine regelmäßige Übersicht der aktuellen Energieverbräuche erstellen lassen. Dieser ist die Grundlage um sinnvoll entscheiden zu können, wo am dringendsten in energetische Sanierung investiert werden muss.


Das bisherige Engagement des Landkreises zeigt sich u.a. beim Wechsel auf Ökostrom. Auch die bekannten Energieriesen haben solche Ökostromprodukte im Angebot. Zwar handelt es sich auch dabei nachweislich um zertifizierten Öko-Strom, allerdings wird dieser nicht etwa zusätzlich produziert, sondern aus dem sogenannten Graustrom der konventionellen Stromkunden herausgerechnet. Der eigentlich gewünschte zusätzliche ökologische Nutzen wird auf diese Weise zunichte gemacht.


Wir Grüne treten deshalb dafür ein, dass bereits durch die Ausschreibung gesichert ist, dass der Landkreis nur solchen Ökostrom einkauft, bei dem durch eine entsprechende Zertifizierung gewährleistet ist, dass der Stromerzeuger im gleichen Maße seine entsprechenden Energieerzeugungskapazitäten erhöht.


Bisher erstellt der Landkreis größtenteils auf der Basis von Daten des Vereins Ro Solar e.V. seinen jährlichen Energiebericht, der dem Umweltausschuss vorgestellt wird. Darin sind nicht einmal die öffentlichen Gebäude und Einrichtungen erfasst und berücksichtigt. Auch die Erfolge der Kommunen im Bereich Energieeinsparung gehen aus diesem Energiebericht nur indirekt hervor. Wir fordern, dass der jährliche Energiebericht nicht nur aussagekräftiger, umfassender und transparenter wird, sondern auch Handlungsmöglichkeiten, insbesondere zur gemeindeübergreifenden Zusammenarbeit aufzeigt.


Auf unsere Initiative im Kreistag gründete der Landkreis eine eigene Gesellschaft zur Nutzung Erneuerbarer Energien. Die einzige Maßnahme dieser Gesellschaft war bisher der Bau einer 80 kwp Photovoltaikanlage auf dem Dach der Kompostieranlage in Aham bei Eiselfing. Im Haushaltsplan 2013 sind für die nächsten Jahre keine weiteren Ausgaben für den Bau von neuen Anlagen vorgesehen. Im Gegensatz zu Verwaltung, Landrat und Kreistagsmehrheit sehen wir jedoch bei der Vielzahl an landkreiseigenen Gebäuden noch große Potenziale, diese Stromerzeugung auszuweiten.


Wir fordern daher einen runden Tisch im Landratsamt mit den wichtigsten Akteuren für die Energiewende. Diese sollen innerhalb einer Frist ein umsetzbares Konzept für die Energiewende und für den Klimaschutz im Landkreis Rosenheim mit konkreten Zielen und Maßnahmen erarbeiten.


Weiter fordern wir, für die Bürgerinnen und Bürger Beteiligungsmöglichkeiten an Energieprojekten des Landkreises zu schaffen. Hier kann die Zusammenarbeit mit der bestehenden Solargenossenschaft Rosenheim gesucht werden oder eine eigene Genossenschaft gegründet werden.


Um der Bedeutung des Klimaschutzes Rechnung zu tragen, regen wir die Auslobung eines Klimaschutzpreises für Privatpersonen, Firmen und öffentliche Einrichtungen an, die sich in der Energiewende besondere Dienste erworben haben. Dieser Preis könnte, ähnlich Sozial- oder Kulturpreis, jährlich vom einer Kreisumweltausschuss oder einer Jury verliehen werden.


Auch die Bedeutung des Konsums, insbesondere der Ernährung für die Klimaschutzbemühungen wollen wir stärker in den Fokus rücken. Auch hier sollte der Landkreis Rosenheim eine Vorbildwirkung einnehmen.


So sollten in den Mensen, Küchen und Kantinen im Zuständigkeitsbereich des Landratsamtes ausschließlich Lebensmittel aus regionalem, ökologischen Anbau Verwendung finden. Bei der Speisenauswahl sollten neben einem attraktiven Angebot an vegetarischem Essen auch die Belange von Veganern verstärkt Berücksichtigung finden. Der zumindest teilweise Verzicht auf Fleisch sollte breiteren Bevölkerungsschichten schmackhaft gemacht und die damit verbundenen Auswirkungen auf das Klima und die globale Gerechtigkeit bewusst gemacht werden.


Darüber hinaus muss der Einkauf fair produzierter und gehandelter Produkte auf allen Ebenen und in allen Zuständigkeitsbereichen des Landkreises eine Selbstverständlichkeit werden – vom Blumengeschenk bei einer Preisverleihung über den Kaffee bei Besprechungen bis hin zur Arbeitskleidung der Bauhofmitarbeiter oder dem Pflasterstein im Straßenbau.

URL:http://www.gruene-rosenheim.de/kreistag/wahlprogramm/klimaschutz-und-energiewende/